Hintergrundinfos

Allgemeines zu den Novemberpogromen 1938

Die Novemberpogrome, hauptsächlich die Nacht vom 9.11.1938 auf den 10.11.1938, bezeichnen Übergriffe im ganzen damaligen deutschen Reichsgebiet, auf Juden, ihre Häuser und Geschäfte. Außerdem wurde die Mehrheit der Synagogen niedergebrannt. Diese Übergriffe gingen vor allem von in Zivil gekleideten SA- und SS-Angehörigen aus; sie wurden von der Bevölkerung unterstützt. Als Anlass für die Ausschreitungen nahmen die Nazis das Attentat auf den Diplomaten Ernst vom Rath in Paris durch Herschel Grynszpan.

Während der Novemberpogrome starben mindestens 91 Menschen jüdischen Glaubens. 20.000 wurden in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen deportiert.

Angriffe auf jüdisches Eigentum in Hünfeld vor der Reichspogromnacht

  • Am 31.3.1933 rief der NSDAP Kreisleiter im Hünfelder Kreisblatt zum Boykott jüdischer Geschäfte auf. Dazu wurde eine Definition veröffentlicht, was ein jüdisches Geschäft sei.
  • Bereits in der Nacht des 14.3.1935 kam es zu Angriffen auf jüdische Geschäfte in Hünfeld. Diese wurden durch den Kreisbauernführer Salzmann von Fürsteneck verübt.

Die Reichsprogromnacht in Hünfeld

  • Am Abend des 9.11.1938 werden fast alle Fenster der Synagoge eingeworfen, sowie in der Nacht auf den 10.11.1938 die Fenster eines jüdischen Wohnhauses.
  • Die Zerstörung der Synagoge in den frühren Morgenstunden (gegen 8 Uhr) des 10.11.1938, geschah unter den Augen der örtlichen Feuerwehr, welche angrenzende Lagerhäuser schützte.
  • Die jüdischen Männer aus Hünfeld wurden danach von der SA im Rathaus inhaftiert und später ins KZ Buchenwald deportiert.
  • Im November 1939 lebten noch 12 Menschen jüdischen Glaubens in Hünfeld, 1933 waren es 55 gewesen.
  • Am 8. Dezember 1941 wurden von diesen 6 in das Ghetto Riga deportiert (4 Personen waren inzwischen nach Frankfurt geflohen). Am 5. September 1942 wurden die beiden letzten Juden nach Theresienstadt deportiert.
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